Nicht so erfolgreich wie gehofft verlief das Saisondebüt für den Schwenninger Radprofi Jan Hugger und „Team Lotto Kern-Haus PSD Bank“, kurz LKH. Insgesamt drei Rennen absolvierte die Kontinentalequipe aus dem rheinland-pfälzischen Weitersburg auf der griechischen Insel Rhodos. Im Gegensatz zu 2020 und 2021, als Hugger die viertägige „Tour of Rhodes“ jeweils in den Top-Ten beendete, schloss der 25-Jährige den Höhepunkt der Griechenlandreise als bester Teamfahrer auf dem 23.Gesamtplatz ab. „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Wobei man sagen muss, dass sich so ein junges Team, wie wir es waren, auch erst mal finden muss“, resümiert der Masters-Student. „Die letzten zwei Tage hat die Zusammenarbeit dann auch besser geklappt. Allerdings waren wir am Sonntag nur noch ein vierköpfiges Rumpfteam.“ Gestartet war der Radstall mit sieben Athleten.

Direkt nach dem Trainingscamp auf Mallorca im Februar startetet der zweieinhalbwöchige „Inseltrip“ auf Rhodos für den Radsport-Rennstall aus der Europaliga mit dem Zwei-Etappenrennen „3rd Visit South Aegan Islands (2.2)“, gefolgt vom Eintagesrennen „Rhodes GP by Culture & Sports Organization (1.2)“ über 186 Kilometer und zuletzt der viertägigen „16.Tour of Rhodes powered by Rodos Palace (2.2).

Beim ersten Rennen der Saison, der ersten Etappe von South Aegon, ereilte Hugger zum ungünstigsten Zeitpunkt ein Defekt und warf den Team-Kapitän aus Finale und Gesamtwertung. Stärke und Kampfgeist dominierten den zweiten Tag, an dem der Neckarstädter auf der großen Finalrunde zusammen mit einem Dänen flüchtete, aber acht Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt wurde und ins Ziel rollte.


 

An die folgenden Trainingstage reihte sich das knackige Eintagesrennen GP Rhodos. „Hier lief es ganz ok. Aber als Team waren wir durch einen Sturz von Toni Albrecht und einen Defekt von Cedric Abt geschwächt.“ So befanden sich nur Mauro Brenner, Luca Dreßler und Hugger im Finale, indem der Schwenninger den Sprint für Dreßler anfuhr, der als 14. gewertet wurde.

 

Im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft starteten fünf Tage später die sieben LKH-Fahrer Hugger, Dreßler, Brenner, Abt, Albrecht, Fabian Wünstel und der junge Tscheche Martin Bárta beim Renn-Höhepunkt auf der Mittelmeerinsel. Neben der Erkältung ereilte Hugger auch noch Wetterpech mit Regen und nassem Asphalt beim 3,8 Kilometer langen Bergzeitfahr-Prolog. „Dafür war es dann doch ganz gut gewesen“, erklärt der Routinier im Team, der allerdings 35 Sekunden nach dem Prolog- und späteren Gesamtsieger André Drege (Team Coop-Repsol) aus Norwegen ins Ziel von Ialyssos kam. Das bedeutete Platz 30 unter den 162 Startern aus 24 Equipes.

 

Sehr gut drauf, aber vorn auf sich allein gestellt, war Jan Hugger auf der 1.Etappe von Rhodos nach Maritsa. Als Solokämpfer unter starken Teams sprintete er nach 148 Kilometer in der 50-köpfigen Spitze auf Rang 18 und rutschte im Gesamtklassement auf Platz 26 vor. Mit eigener Teamunterstützung wären ein Top Ten-Platzierung und das Podium greifbar gewesen. Der sportliche Leiter Christian Koch bedauerte anschließend bei radsport-news.com: "In der 50 Fahrer starken Gruppe, die den Sieg unter sich ausgemacht hat, waren wir nur mit Jan vertreten. Das ist zu wenig, um bei dem Finale ein Ergebnis einzufahren. Die Kraft, die man aufbringen muss, um sich alleine zu positionieren, fehlt dann im Sprint. Für Jan tut es mir leid, weil er sich wirklich gut durchgekämpft hat und ein Topergebnis verdient hätte.“

Auch am Ende der zweiten Etappe von Rhodos nach Kalithies (158.6 Kilometer) wäre mehr drin gewesen. Im Massensprint passierten Dressler und Hugger die Ziellinie als 34. und 39.. „Auf der ansteigenden Zielgerade fehlten Luca und mir am Ende der Punch“, so Hugger, der sich in der Gesamtwertung auf Platz 24 vorarbeitete, nach dem schweren Sprint.

Ganztags-Vollgas stand am Sonntag bei der Finaletappe der Tour of Rhodes an, bei der das deutsche Kontinentalteam nur noch aus einer kleinen, vierköpfigen Rumpfmannschaft bestand. „Leider konnten wir am letzten Berg nicht mit den besten 18, die kurz darauf den Tagessieg unter sich ausmachten, mitfahren“, bilanziert Hugger, der mit Teamkollege Dreßler und 2:29 Minuten Rückstand in der ersten Verfolgergruppe Kremasti erreichte, nochmals einen Gesamt-Platz gut machte, und als 23. Bestplatzierter des noch sehr jungen und gesundheitlich angeschlagenen Teams war, von dem nur Hugger, Dreßler, Abt und der erst 18jährige Bárta das Ziel erreichten.

 

 

Text: uhu

Fotos: Nassos Triantafyllou